GERMAN Warum Amerikas Rechte so enttäuscht von Trump sind

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Der orthodox-jüdische Schwiegersohn von Donald Trump, Jared Kushner, beäugt ihn missbilligend.

Der junger Grundstücks-Milliardär hat hier den Firmensitz mit seinem Vater, Charles Kushner.

Charles Kushner

Firmenanschrift: die ominöse 666 (“Antichrist”?) Fünfte Avenue in New York

Kushner, der Vater, kam wegen Steuerhinterziehung, Erpressung und Wahlbetrug ins Gefängnis. Der Sohn war bis vor kurzem linker Democrat und verfocht die entgegengesetzten Thesen  vom Kandidaten Trump.

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Alt-Right-Bewegung und Ko.

Warum Amerikas Rechte so enttäuscht von Trump sind

Die Euphorie ist verflogen: Konservative, Nationalisten und Rechtsradikale wenden sich zunehmend von Donald Trump ab. Die Suche nach Schuldigen für den Kurswechsel des Präsidenten hat schon begonnen.

20.04.2017, von OLIVER GEORGI

[Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/trumps-praesidentschaft/warum-amerikas-rechte-von-trump-so-enttaeuscht-ist-14979500-p2.html]

© AFPDaumen hoch? Viele einstige Trump-Fans wollen diese Geste mittlerweile lieber nicht mehr machen

Als er noch versprach, alles anders zu machen als seine Vorgänger, konnten die Rechten in Amerika gar nicht genug von Donald Trump bekommen. „Daddy“, wie er ihn nannte, werde radikal mit allen innen- und außenpolitischen Konventionen brechen, schwärmte der rechte Blogger und frühere Star-Autor bei der rechtsnationalen Seite Breitbart, Milo Yiannopolous, noch kurz vor der Wahl bei einem Auftritt in Columbus, Ohio. Trump werde in Amerika „neue Tugenden“ etablieren und sei der „wundervollste Präsidentschaftskandidat, den es je gegeben hat“.

Oliver GeorgiFolgen:

Bei der Alt-Right-Bewegung, einem Sammelbecken für weiße Nationalisten, Libertäre und Rechtsradikale, der Yiannopolous ebenso nahe steht wie Trumps Chefberater Steve Bannon, hörte man nach der Wahl noch ganz andere Töne. „Heil Trump, heil unserem Volk, Sieg Heil!“, skandierte die Galionsfigur der Bewegung, Richard B. Spencer, Ende November bei einer Veranstaltung in Wurfnähe zum Weißen Haus in Washington. Trumps Sieg sei ein „Erweckungserlebnis“, schwärmte Spencer, und auch seine Spießgesellen waren von dem überraschenden Erfolg regelrecht elektrisiert. Den Slogan „America First“ interpretieren sie bis heute vor allem rassistisch: als das Amerika der Weißen. Trumps Ankündigung, sich von den Krisenherden dieser Welt abzuwenden und künftig vor allem um seine Landsleute zu kümmern, ließ die Alt-Right-Bewegung ebenso auf ein neues, national befreites Zeitalter hoffen wie sein Versprechen, den politischen „Sumpf“ im verhassten Washington „trockenzulegen“.

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Doch von dieser Euphorie ist nach hundert Tagen Präsidentschaft kaum noch etwas geblieben. Im Gegenteil: Die extreme Rechte in Amerika ist nicht nur verärgert über Donald Trump, sie ist stinksauer. Mit seinen abrupten Volten, vor allem in der Außenpolitik, hat er ihre Hoffnung, in seiner Präsidentschaft werde es vor allem um das Wohl der wütenden weißen Männer im amerikanischen Kernland gehen, binnen weniger Wochen zerschlagen. „Trump muss jetzt einiges erklären“, kommentierte vor wenigen Tagen ein Leser unter einem Text auf Breitbart, der Trumps überraschenden Militärschlag in Syrien analysierte. „Das ist nicht das, warum ich ihn gewählt habe.“ Ein anderer schrieb: „Das Ganze entwickelt sich immer mehr in eine weitere neokonservative Regierung.“

Auch Richard B. Spencer ist angesichts des radikalen außenpolitischen Kurswechsels, den Trump innerhalb weniger Tage nicht nur in Syrien vollzogen hat, entsetzt. „Das sind sehr gute Nachrichten“, twitterte er, als Trump nach dem Abwurf der „Mutter aller Bomben“ versicherte, die Vereinigten Staaten würden nicht in Syrien einmarschieren. „Aber wir können Trump nicht mehr trauen.“ Zwar dürfte den rechten Nationalisten der Alt-Right-Bewegung, die das Recht des Stärkeren zu einer ihrer quasi-darwinistischen Maxime erhoben haben, durchaus behagen, dass Trump außenpolitisch die Muskeln spielen lässt. Doch der ideologische Kern der extremen Rechten in Amerika war seit jeher eben auch außenpolitischer Isolationismus. Dass Trump so schnell und unbekümmert mit diesem zentralen Versprechen aus seinem Wahlkampf bricht, können ihm viele Nationalisten nicht verzeihen.

Trump’s moment might have been over at the transition. He surrounded himself with failed thinking of his generation.

© @RICHARDBSPENCER/TWITTER“Vielleicht war Trumps Moment bei der Amtsübernahme vorbei”

Auch Trumps Politik gegenüber Nordkorea stößt bei ihnen weitgehend auf Ablehnung. Die verbale Eskalation zwischen Trump und Kim Jong-un sei ein „geopolitischer Schwanzvergleich“ ohne wirkliche Gefahr, zürnte Spencer am Ostersonntag in einer Videobotschaft und machte auch gleich einen Vorschlag, wie die Krise stattdessen beigelegt werden müsse: Der Korea-Krieg, der noch immer zwischen dem Norden und dem Süden tobe, müsse durch eine friedliche Wiedervereinigung beigelegt und alle amerikanischen Soldaten auf Jahre von der koreanischen Halbinsel abgezogen werden. „Korea ist nicht von vitalem politischen Interesse für Amerika“, sagte Spencer. Wenige Tage zuvor twitterte er, Trump sei es offenbar schon im Wahlkampf in Wirklichkeit darum gegangen, ein „globaler humanitärer Interventionist“ zu sein. Für die extreme Rechte in Amerika ist das so etwas wie das schlimmste anzunehmende Schimpfwor

Mit großer Sorge nahm die amerikanische Rechte, die sich vor allem vom Einfluss von Trumps nationalistischem Chefberater Steve Bannon viel versprochen hatte, deshalb auch Bannons Rauswurf aus dem Nationalen Sicherheitsrat zur Kenntnis. In Washington organisierte die Alt-Right-Bewegung vor einigen Tagen einen „Keep Bannon“-Flashmob, in den sozialen Netzwerken veröffentlicht sie unter ihren Anhängern Umfragen, wie besorgt sie wegen Bannons Degradierung seien – die Mehrheit war „sehr besorgt“. Ohne Bannon und mit den Generälen an der Macht sei Trump jetzt nur noch ein „normaler rechter Republikaner. Krieg und Steuersenkungen“, schrieb eine enttäuschte Anhängerin auf Twitter.

„Keep Bannon“-Flashmobs

Auch innenpolitisch ist die äußere Rechte von Trump bislang mehr als enttäuscht. Dass der Präsident auch mit seinem zentralen Wahlversprechen, die Krankenversicherung Obamacare schnell abzuschaffen, vorerst grandios gescheitert ist, wird dem selbst ernannten größten Deal-Maker aller Zeiten bei der marktradikalen Alt-Right-Bewegung als Zeichen der Schwäche angelastet. Selbst Breitbart, das früher von Steve Bannon geführt wurde und im Wahlkampf noch eisenhart hinter Trump stand, zeigt sich zunehmend kritischer gegenüber dem Präsidenten. So durfte die islamfeindliche rechte Bloggerin Pamela Geller Ende März unter der Überschrift „Warum Trump scheitert“ ausführlich darlegen, warum die Abschaffung von Obamacare misslungen sei – und auch wenn sie Trump zugute hielt, dass es vor allem am Widerstand von „korrupten Clowns“ wie dem konservativen Mehrheitsführer Paul Ryan gelegen habe, dass die Abschaffung scheiterte, stellte sie die Fähigkeiten des Präsidenten doch in einer Weise infrage, wie es vor einigen Monaten an dieser Stelle noch undenkbar gewesen wäre.

45965205© EPAVergrößernFührer-Figur der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung, die eine weiße Vorherrschaft propagiert: Richard B. Spencer, hier Ende Februar in Maryland, Washington

Doch trotz dieser Kritik funktionieren bei vielen in der Alt-Right-Bewegung noch die alten populistischen Reflexe: Trumps Vision einer neuen Politik sei weiter richtig, heißt ein immer wieder gehörtes Narrativ – nur habe er sich in der Regierung leider mit den falschen Leuten umgeben. „Trump hatte eine populistische Vision, aber hatte keine Infrastruktur, um sie auszuführen“, schrieb Richard B. Spencer jüngst auf Twitter. „Ihm blieb nichts anderes übrig, als sich denselben gescheiterten Leuten und Ideen zuzuwenden.“ In einem anderen Tweet schrieb er: „Vielleicht war Trumps Moment mit dem Amtsübergang vorüber. Er hat sich mit dem gescheiterten Denken seiner Generation umgeben.“

Very good news! But we can no longer trust Trump; and his admin seems totally incoherent and contradictory. http://nypost.com/2017/04/11/trump-were-not-going-into-syria/ 

Photo published for Trump: 'We're not going into Syria'

Trump: ‘We’re not going into Syria’

Amid complaints that his aides are saying different things about Syria and his policy is confusing, President Trump emphatically cleared the air. “We’re not going into Syria,” he told me

nypost.com

Der „tiefe Staat“ und das korrupte System des verhassten „Establishments“, das sich erfolgreich gegen die „Trockenlegung“ des Washingtoner „Sumpfes“ wehrt: Neben der persönlichen Enttäuschung über Trump ist es auch diese Lesart, der in diesen Tagen viele in der äußersten Rechten in Amerika anhängen. Trump werde „vom System geschluckt“, schrieb Spencer mit Blick auf Trumps neuerliches Lob für die Nato, die er kurz nach der Wahl noch als „obsolet“ [überholt] bezeichnet hatte.

Noch hat die extreme Rechte deshalb Geduld mit dem Präsidenten, doch sie könnte bald erschöpft sein. „Es ist noch nicht zu spät für Trump“, schrieb die islamfeindliche rechte [jüdische!] Bloggerin Pamela Geller auf Breitbart. „Aber das wird es bald sein, wenn er sich nicht daran erinnert, wofür ihn die Menschen vor allem gewählt haben und den Sumpf trockenlegt.“ Alt-Right-Ikone Spencer machte derweil auf seine Art deutlich, wie begrenzt seine Geduld mit Trump schon ist. Er teilte auf Twitter einen viel beachteten Tweet einer irischen Journalistin. Er lautete: „Wenn der Donald Trump von 2017 gegen den Donald Trump von 2016 antreten würde, würden sie einander hassen.“

© AP, REUTERSNeues Dekret: Trump will einheimische Arbeiter bevorzugen

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……Fazit 

Ein Trump läßt uns den echten Führer vermissen. 😉 Wir gedenken seiner zum 128ten Geburtstag.

2 Comments

  1. I really followed him on twitter during the election campäign until I had to realize his 180° back step. He has cheated quit a lot of his voters terribly.

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